HTL Dornbirn – Unternehmertum in der Schule
HTL Dornbirn – Unternehmer-
tum in der Schule
Mehr als nur Mathe und Maschinen: Wie die HTL Dornbirn den Startup-Spirit züchtet
Wer an eine HTL (Höhere Technische Lehranstalt) denkt, hat meistens sofort folgendes Bild im Kopf: rauchende Köpfe über komplexen Konstruktionszeichnungen, endlose Zeilen Programmiercode und der Geruch von Werkstatt. Das ist zwar richtig, aber an der HTL Dornbirn ist das längst nur die halbe Wahrheit.
Während mancherorts noch darüber debattiert wird, ob man Unternehmertum überhaupt an Schulen lehren kann, wird hier eine Brutstätte für die Gründerinnen und Gründer von morgen kultiviert. Es geht nicht mehr nur um die Frage „Wie baue ich das?“, sondern immer öfter um: „Wie verkaufe ich das – und löst es überhaupt ein echtes Problem?“
Kürzlich durfte ich genau diesen Spirit hautnah miterleben, als die Theorie das Klassenzimmer verließ und direkt in das Herz der regionalen Startup-Szene eintauchte.
Klassenzimmer-Wechsel: Raus aus der Schule, rein in die Postgarage
Für einen ganz besonderen Praxis-Check tauschten 24 hochmotivierte Schülerinnen gemeinsam mit ihren Lehrpersonen die gewohnte Schulumgebung gegen echte Startup-Luft: Sie kamen zu Startup V in die Postgarage nach Dornbirn. Im Auftrag von Startup V durfte ich dort die Moderation übernehmen und das theoretische Wissen mit den Jugendlichen in die Praxis katapultieren.
Das Ziel unseres gemeinsamen Ideation Workshops? Den kreativen Muskel trainieren und Innovationsprozesse von Grund auf begreifen. Wir haben uns dabei durch die drei Kernphasen eines jeden erfolgreichen Startups gearbeitet:
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Die Ideenfindung: Wie bricht man aus klassischen Denkmustern aus und findet innovative Ansätze für reale Probleme?
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Die Bewertung: Welche Idee ist nur ein netter Einfall und welche hat echtes Marktpotenzial? Hier ging es ans schonungslose, aber konstruktive Aussieben.
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Die Vertiefung: Wie schärft man das Profil einer Idee, damit daraus ein tragfähiges Konzept entsteht?
Mir war es extrem wichtig, keine trockene Frontal-Vorlesung zu halten, sondern die Methode für die Schülerinnen erlebbar zu machen. Und wo ginge das besser als in der inspirierenden Atmosphäre der Postgarage? Zu sehen, mit welcher Dynamik, welchem Fokus und welcher Cleverness die Mädels im Beisein ihrer Lehrkräfte innerhalb kürzester Zeit greifbare Ansätze entwickelt haben, war absolut beeindruckend. Genau so baut man Berührungsängste vor dem Unternehmertum ab!
Das Mindset: Eine Schule mit Gründer-DNA
Dass ein solcher Ausflug und Workshop bei den Schülerinnen der HTL Dornbirn auf so fruchtbaren Boden fällt, ist kein Zufall. Die Schule trägt stolz den Titel „Zertifizierte Entrepreneurship-Schule“ – und das wird hier im Alltag richtig gelebt.
Das erklärte Ziel ist erfrischend pragmatisch: Es müssen nicht sofort alle nach der Matura das nächste millionenschwere Tech-Startup gründen. Vielmehr geht es um das sogenannte „Entrepreneurial Mindset“.
Es geht darum, jungen Menschen das Rüstzeug zu geben, Probleme proaktiv anzupacken, outside the box zu denken und mutig eigene Ideen auszuprobieren. Eigenschaften, die man als Gründerin absolut braucht – aber eben auch als gefragte Fachkraft in jedem etablierten Unternehmen.
Die perfekte Spielwiese: Vom eigenen Raum zum Ökosystem
Wenn die Schülerinnen und Schüler nicht gerade externe Innovations-Hubs wie die Postgarage besuchen, bietet auch die schuleigene Infrastruktur in Dornbirn alles, was das Gründerherz begehrt:
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Der Entrepreneurshipraum: Per App buchbar und strategisch perfekt aufgeteilt in eine Kreativzone mit Whiteboards für das ungezwungene Brainstorming, eine Arbeitszone für die harte Konzeption und eine Präsentationszone zum Pitchen.
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Das MAKERLAB: Mit 3D-Druckern, Lasercuttern und CNC-Fräsen, um aus vagen Skizzen in Rekordzeit physische Prototypen zu bauen.
Dieses interne Ökosystem spiegelt sich auch im Lehrplan wider – besonders im Zweig Wirtschaftsingenieurwesen (E-Business & Logistik), wo digitale Geschäftsmodelle von Grund auf kalkuliert, validiert und im Marketing platziert werden. Der Schritt nach draußen zu Institutionen wie Startup V ist da die logische Konsequenz.
Mein Fazit: Die Zukunft Vorarlbergs ist kreativ
Die HTL Dornbirn zeigt gemeinsam mit Initiativen wie Startup V eindrucksvoll, wie moderne Ausbildung aussehen muss. Sie bricht die Grenzen zwischen purer Technik, Schule und wirtschaftlichem Denken auf.
Die Kooperation in der Postgarage hat einmal mehr gezeigt: Wenn man Jugendlichen die richtige Methode an die Hand gibt, sie aus dem klassischen Schulalltag herausholt und ihnen den Freiraum schenkt, einfach mal zu machen, entstehen großartige Dinge. Um den Gründergeist im Land müssen wir uns definitiv keine Sorgen machen!